Forschungsbereich: Minimal-invasive Therapie mittels selektiver Kariesentfernung

Zur Therapie kavitierter kariöser Läsion wird heute oft eine Läsionskontrolle mittels selektiver Kariesentfernung statt einer vollständigen Ausräumung des infizierten und demineralisierten Dentins empfohlen. Der Vorteil einer selektiven Kariesentfernung besteht in der Schonung der Zahnpulpa und dem geringeren Zahnhartsubstanzverlust. Zur Kontrolle (d.h. der Steuerung der Aktivität) der verbleibenden Läsion steht die dichte Versiegelung der Karies im Vordergrund: Durch eine solche Versiegelung werden Mikroorganismen abgetötet bzw. in ihrer Aktivität gehemmt und das demineralisierte Dentin kann remineralisieren. Wir untersuchen verschiedene Aspekte einer solchen selektiven Kariesentfernung.

 

  • Biomechanische Grenzen der selektiven Kariesentfernung
  • Aktivität der verbleibenden Mikroorganismen
  • Remineralisation des versiegelten, demineralisierten Dentins
  • Klinische Wirksamkeit der selektiven Kariesentfernung
  • Röntgenologische Effekte und Markierung versiegelten Dentins
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis und klinische Evidenz zur selektiven Kariesentfernung

 

Dazu nutzen wir folgenden Methoden:

  • Transversale Mikroradiographie (TMR) und Transversale Wellenlängenunabhängige Mikroradiografie (T-WIM)
  • Rasterelektronenmikroskopie (REM) und Energie-Dispersive Radiospektroskopie (EDX)
  • Thermo- und Mechanowechselbelastung
  • Mikro- und Nanohärtemessungen (in Kooperation mit Prof. Gorb, Kiel)
  • Biofilmanalysen (Selektivkulturen, Biofilmmodelle)
  • Analyse des Fraktur- und Biegeverhaltens selektiv exkavierter Zähne
  • Randintegrität von und Kariesentwicklung an Restaurationen auf selektiv exkavierten Zähnen
  • Klinische Studien zur selektiven Kariesentfernung
  • Kosten-Nutzen-Simulation unter Nutzung von Markov-Modellen und Monte-Carlo-Simulation
  • Systematische Reviews, Meta-, Netzwerkmeta- und Entscheidungsanalysen zur minimal-invasiven Kariestherapie