Forschungsbereich: Adhäsive Zahnmedizin

Die Therapieansätze in der modernen Zahnmedizin beruhen in großem Umfang auf der Adhäsivtechnik. Dazu wurden neue Verfahren zur Vorbehandlung der Zahnhartsubstanzen aber auch der Oberflächen von bereits vorhandenen Restaurationen entwickelt sowie Adhäsivsysteme, die den Verbund zu den verschiedenen Substratoberflächen sicherstellen sollen. Daher ist es sinnvoll, im Voraus zu wissen, wie sich neu entwickelte Produkte in der klinischen Anwendung bewähren könnten. Laboruntersuchungen sind also darauf ausgerichtet, den Einsatz am Patienten zu simulieren und dabei Hinweise zu geben, durch welche Interaktionen sowohl an den Zahnhartsubstanz- als auch an den Füllungsmaterial-Oberflächen ein dauerhafter Verbund erzeugt werden kann.

 

Folgende Aspekte sind dabei für uns relevant:

  • Wie kann die Haftung an der Zahnhartsubstanz dauerhaft sichergestellt werden?
  • Welche Fehler können sich bei der Anwendung einschleichen und zu welchen Konsequenzen führen diese?
  • Welche Produkte sind bei ihrer Anwendung besonders fehleranfällig?
  • Kann die Langzeitstabilität eines neu entwickelten Produktes in der klinischen Anwendung bereits durch Labortests vorhergesehen werden, um Schäden am Patienten zu verhindern?
  • Wie können neu entwickelte Restaurationsmaterialien effektiv vorbehandelt werden, um an ihnen notwendige Korrekturen oder Reparaturen dauerhaft erfolgreich durchführen zu können?
  • Wie bewähren sich bestimmte Produkte in der klinischen Anwendung?
    • Dazu nutzen wir das Raster-Elektronen-Mikroskop (REM), um bei 200-facher Vergrößerung den Füllungsrand an extrahierten Zähnen zu beurteilen, nachdem diese über unterschiedlich lange Zeiten in Wasser gelagert wurden einer großen Zahl von Temperaturwechselbad-Belastungen ausgesetzt wurden und in einer so genannten Kaumaschine mechanisch belastet wurden, um die klinische Beanspruchung zu simulieren. Dadurch kann die Wirksamkeit einer bestimmten Technik oder bestimmter Produkte beurteilt werden.

 

Uns stehen noch weitere Techniken zur Prüfung des Haftverbundes zur Verfügung:

  • Zugfestigkeitstests, bei denen der Klebeverbund an verschiedenen Substratoberflächen (z.B. Keramik, Metall) durch Zugbelastung gemessen wird oder
  • Scherkrafttests, bei denen die Haftkraft an Substratoberflächen durch Abscheren bestimmt wird. Einige auf diese Weise im Labor untersuchten und als wirksam eingeschätzten Produkte werden dann in klinischen Studien von uns getestet. Hierzu werden in regelmäßigen Abständen die Restaurationen nachuntersucht und bewertet.